ISPO BIKE 2013:
Großartiger Spaß. Großartige Leute.

Heute habe ich mich auf den Weg zur ISPO BIKE 2013 nach München gemacht, um mich über die Neuigkeiten und Trends in der Bike-Branche zu informieren.

Mein Augenmerk lag natürlich auf den Ständen im Bereich Mountainbiking, aber auch die Infos zu den Pedelecs und sonstigem Zubehör haben mich sehr interessiert und es war wohl eine gute Entscheidung relativ spät hinzugehen. Alle waren sehr entspannt, weil der große Besucherstrom schon durch war und es haben sich gute Gespräche mit großartigen, begeisterten Leuten entwickelt.

Gleich nach dem Eingang habe ich mich erstmal mit einem Wasser ausgestattet, weil ich von der Anfahrt durstig war und ich mir erstmal den Hallenplan genauer ansehen wollte. Die Messe erstreckte sich über nur zwei Hallen, was überschaubarer war als ich es angenommen hatte. Was mir allerdings sofort aufgefallen ist, waren die geringen Besucherzahlen zu dieser Zeit, was wohl einerseits an den Temperaturen und andererseits daran lag, dass es der letzte Nachmittag der Messe war.

Das hat sich allerdings schnell als Vorteil herausgestellt, weil jeder Stand sofort zugänglich, die Aussteller überhaupt nicht gestresst und sehr freundlich und offen und vor allem an den Testständen keine Wartezeiten entstanden sind.

Beim ersten Rundgang habe ich mir erstmal eine Übersicht verschafft und die Stände identifiziert, die mich am Meisten interessiert haben. Die Halle B6 mit dem Testparkour, der teils in der Halle und teils im Aussenbereich war, widmete sich vor allen den Pedelecs, es konnten aber auch normale Bikes getestet werden und es hatte einige interessante Aussteller aus verschiedenen Bereichen des Bikings. Die Halle B5 (vom Eingang her die zweite Halle) ging dann mehr in Richtung Mountainbikes, Kleidung, Schutzkleidung und Accessoires.

Ich begann dann meine Erkundungstour gleich mit der Halle B5 und muss hier gleich als erstes anmerken, dass der Stand von Melon Helmets der mit Abstand lässigste Stand beider Hallen war. Mit am Stand war auch Drift mit Ihrer Drift HD Ghost, die sich nicht hinter der GoPro verstecken muss. Nach der kurzen Vorführung des sehr kompetenten und vor allem begeisterten Mitarbeiters/Benutzer, ziehe ich ernsthaft in Erwägung mir diese Cam zu kaufen. Vor allem die durchdachte Fernbedienung und das Display hat mich überzeugt.
Die Gespräche an diesem Stand waren mitunter die besten, weil die Messemitarbeiter selbst Mountainbiker waren (Der Mitarbeiter von Drift hat mir während des Gesprächs sogar ein paar Fotos seines letzten Biketrips gezeigt) und man die Begeisterung richtig spüren konnte und man vor allem merkt, dass Sie Ihre Produkte selbst einsetzen und wissen wovon Sie sprechen. Von diesem Stand können alle anderen Stände eine Menge lernen, sowohl was Style als auch den Umgang mit den Besuchern angeht. Sehr sehr lässig!

Als nächstes waren die aktuelles bzw. kommenden Hardtail- und Full-Suspension-Bikes der Marken Bulls, KTM, Cannondale und Focus an der Reihe und wenn möglich auch kurz im Test. Jeder Hersteller hat hier eigentlich sehr gute Bikes am Start, die von der Ausstattung auch vergleichbar sind. Hier würde ich mir auf der Messe noch mehr die Möglichkeit wünschen die einzelnen Bikes Probe zu fahren um ein Gefühl für die jeweilige Rahmengeometrie und das Handlich zu bekommen. Sicher sind die verbauten Federgabeln und Komponenten oftmals gleich, aber der Rahmen macht doch auch etwas vom Feeling bzw. Handling her aus. Auch z.B. die Sattelhöhenverstellung mal in Aktion zu testen, wäre hier etwas, was mir bei der Entscheidung für ein neues Bike durchaus helfen würde. Was auffallend ist: Bei den Serienbikes wird beinahe ausschließlich der „Hans Dampf“ von Schwalbe am Liebsten von den Herstellern als Standard verbaut. Ist ja aber auch ein guter Reifen. Sprang mir nur ins Auge.

Ich fand es etwas schade, dass Cube nicht vertreten war. Das hätte ich mir noch gewünscht, da bei mir ja auch die Anschaffung des neuen Bikes ansteht, aber dann muss ich wohl doch meinen gewohnten Bikeshop in Österreich nerven um das Bike meiner Wahl vorab zu testen.

Lustig nebenbei in der anderen Halle: Vollgummireifen in fiesen Farben. Sieht lustig aus, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie im Gelände angenehm zu fahren wären. Auch hier wäre eine Probefahrt schön gewesen.

Zurück in Halle B6 ging es dann erstmal auf dem Testparkour ans Durchtesten von diversen Bikes und eBikes. Sehr sehr großer Spaß und die erste Fachmesse, bei der ich so richtig ins Schwitzen gekommen bin, im Aussenbereich war es nämlich ordentlich heiss. Ich wollte schon lange mal ausgiebig die Pedelecs/eBikes testen und muss sagen, dass die Motorunterstützung sicherlich auf langen Strecken oder an Steigungen hilft, aber mein Ding ist es nicht. Vor allem hatte ich bei allen eBikes ein seltsam verändertes Gleichgewichtsgefühl. Das würde sich sicherlich mit der Zeit einpendeln, aber mich stört die Zusatzbeschleunigung wenn ich ehrlich sein soll mehr, als dass ich sie als hilfreich empfand. Ich habe nicht das Gefühl von Kontrolle, welches ich mit normalen Bikes auf der gleichen Strecke hatte.
Der Testparkour war gut gemacht. Mit einer Steigung/Holzrampe zwischendrin und einem Aussenbereich in dem man es etwas mehr krachen lassen konnte. Top. Vielleicht das nächste Mal noch eine Alternative mit einem Abschnitt mit Schotter oder sowas? Das wäre noch der Hit.

Was mir in der Halle auch noch begegnet ist, war G-Form, ein Hersteller für Protektoren. Die kurze Anprobe war sehr angenehm und die Teile werde ich mir in der nächsten Zeit nochmal genauer ansehen. Das Protektormaterial fühlt sich wie eine Art Gummi/Schaumstoff an, wird aber bei Krafteinwirkung auf einmal ziemlich steif. Eigentlich genau das, was ich gesucht hab, weil die normale Bewegungsfreiheit wirklich gut ist. Ich hatte ein längeres, englisches Schwätzchen mit dem Herrn am Stand und er meinte, dass auch ein Rückenprotektor aus diesem Material nicht mehr lange auf sich warten lassen würde. Dafür könnte ich mich echt begeistern. Ich behalte das auf dem Radar.

In der Halle B6 wäre mir dann beinahe noch Radon entgangen, die auch ein paar richtig gute Mountainbikes am Start haben. Also bin ich kurzerhand noch mit zwei Modellen (wenn ich mich richtig erinnere waren es das „Slide 150“ und das „Slide 125“) von diesem Hersteller auf den Testparkour gegangen. Die Bikes waren beide im Handling sehr gut und sind auf jeden Fall auch einen Blick wert. Auch dieser Stand war im Vergleich zu den anderen MTB-Herstellern eine Augenweide, weil er viel mehr nach „Spaß im Gelände“ ausgesehen hat. Dickes Kompliment! So fühlt man sich als Mountainbiker wohl!

Erwähnen sollte man auch das Radon Oversized Magazin von diesem Hersteller. Gut gemacht mit teils sehr guten Artikeln. Man kann das komplette Magazin übrigens online lesen.

Zum Abschluß möchte ich noch die Jungs von BikeLogger erwähnen, die so freundliche waren und mir Freikarten zur Verfügung gestellt haben! Sehr cool!
Natürlich hab ich auch bei Ihnen vorbeigeschaut und mir das Gerät genauer angesehen. Der Stand war leider etwas unscheinbar, was schade ist, denn das Gerät ist durchdacht und was ich kurz testen durfte, sah sehr gut aus. Clever fand ich dabei das Model zur Installation in der Federgabel.
Einziges Manko für mich: Um ihn zu nutzen, müßte ich erst einen Nabendynamo installieren, was für mich leider nicht in Frage kommt und die Software ist aufgrund der noch lahmen Unterstützung von BT4.0 unter Android leider noch nicht verfügbar.

Fazit:
Die ISPO BIKE 2013 Fachmesse lohnt sich auf jeden Fall und obwohl sie (noch) etwas klein ist, ist sie auch die Anreise aus Ulm auf jeden Fall wert.

Nächstes Jahr gerne wieder!

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