Ein Workflow zur Planung und Navigation von Mountainbike-Touren

Bisher begann meine Tourplanung für Mountainbike-Touren im Ausland mit der Anforderung von Tourvorschlägen der örtlichen Tourismusbehörden. Ich fordere mir zwar immer noch entsprechende Informationen an, habe aber meist Ziele die ich unbedingt anfahren bzw. in Touren mit einbauen möchte. Es musste also ein Workflow gefunden werden, mit dem ich meine Touren im Voraus möglichst genau planen konnte und einige Anforderungen erfüllt.

  • Planung der Tour im Voraus bzw. im Hotel/Zimmer am Urlaubsort mit dem Notebook
  • Planung mit verschiedenen Kartenansichten zur besseren Übersicht
  • Speichern/Export der Tour als GPX
  • Navigation während der Tour mit GPS-Unterstützung unter Android
  • Offline-Karten für den Fall des Netzverlusts bzw. zur Schonung des Auslands-Datentarifs

Eine recht ansehnliche Liste an Punkten, die zwingend erfüllt sein mußten. Ich war gespannt ob die für kleines Geld oder sogar kostenlos möglich war.

Planung der Tour im Voraus bzw. im Hotel/Zimmer am Urlaubsort mit dem Notebook

Ich begann damit, mir einen Dienst zu suchen, mit dem ich auf einer Karte mit verschiedenen Ansichten meine Route möglichst genau planen konnte und testete verschiedene kostenlose Dienste. Letztendlich empfand ich den Bike Route Toaster als stabilste und zuverlässigste Planungsmöglichkeit zur Erstellung der eigentlichen Tourdaten. Ist man auf der Website, navigiert man einfach zum Course Creator, sucht auf der Karte den jeweiligen Ausgangspunkt und beginnt mit der Planung

Die Route kann hier komfortabel geplant und editiert werden und wer sich entscheidet auf der Seite einen Account anzulegen, kann seine Routen sogar zur späteren Weiterverwendung speichern. Die Bedienung selbst sollte kein Problem darstellen. Hat man seinen Ausgangspunkt gefunden, legt man mit der linken Maustaste mit kurzen Klicks die Einzelpunkte der Route an. Hält man die linke Maustaste auf einem freien Bereich der Karte gedrückt und bewegt die Maus, kann so auch die Karte bewegt werden. Die sonstigen Bedienelemente sollten von GoogleMaps hinreichend bekannt sein.

Planung mit verschiedenen Kartenansichten zur besseren Übersicht

Praktisch ist die Möglichkeit, jederzeit zwischen den verschiedenen Kartendarstellungen und Kartenherstellern umschalten zu können. Es kommt dabei nicht unbedingt darauf an, dass die Einzelpunkte immer hundertprozentig in der Mitte der Wege liegen, da man bald erkennt, dass die Vektorkarten nicht immer komplett deckungsgleich mit den Satellitenbildern sind. In der Satellitenansicht bekommt man meist schon eine Ahnung was die Beschaffenheit der Straßen, Wege und Trails angeht, was auch in die Planung bzgl. Ausrüstung mit einfließen kann.

Speichern/Export der Tour als GPX

Nach getaner Planungsarbeit wechselt man zum Bereich Zusammenfassung, in dem man den notwendigen Export für den nächsten Schritt findet: Die Exportfunktion zum Herunterladen der GPX-Daten (oder einigen anderen Formaten).

Damit ist die eigentliche Planungsarbeit für eine Tour auch schon beendet.

Navigation während der Tour mit GPS-Unterstützung unter Android

Zur Navigation unter Android machte ich es mir einfach und ließ Google für mich arbeiten und eine Vorauswahl von passenden GPS-Navigationssystemen für Android-Systeme treffen. Die Anzahl der Treffer mit guten Bewertungen waren übersichtlich und nach einer recht ernüchternden Testphase der Vorschläge, erkannte ich schnell, dass Locus Map Pro alle Möglichkeiten bietet, die man sich von einer Outdoor-GPS-Navigationssoftware wünscht.
Für die Software, die einfach über den Google Play Store zu beziehen ist, werden 7,49 € fällig, die man jedoch getrost investieren sollte. Die Featureliste der Software ist beeindruckend und man benötigt einige Zeit um sich einzuarbeiten. Hier die Bedienung von Locus Map Pro zu vermitteln würde den Rahmen sprengen, aber ich kann nur dringend dazu raten die Einarbeitung nicht auf den Ernstfall zu verschieben sondern im Vorfeld durchzuführen.

Was man nun noch tun muss, ist das Smartphone mit dem Rechner zu verbinden und die vorher erzeugte Route im GPX-Format auf das Smartphone zu kopieren. Dort startet man danach Locus Map Pro und Klick links oben zum Öffnen des Hauptmenüs und importiert dort die neue Route.

Die Navigation funktioniert sehr gut und kann als sehr durchdacht und vor allem zuverlässig bezeichnet werden. In meinem Fall nutzte ich diese vor allem in Kroatien zum ersten Mal, als ich allein im Tal des Limski Fjord unterwegs war.

Offline-Karten für den Fall des Netzverlusts bzw. zur Schonung des Auslands-Datentarifs

Was nun in Locus Map Pro noch fehlt ist die Nutzung der Offline-Karten. Es gibt einerseits die Möglichkeit InApp die Karten zu kaufen, aber es gibt durchaus auch die Möglichkeit, sich das zu sparen und die entsprechenden Karten selbst auf das Gerät zu laden.

Hier kommt nun die Seite Vector Maps 4 Locus zum Einsatz. Im Bereich „Vector Maps“ können verschiedene Vektorkarten der Länder heruntergeladen werden. Die Karten wurden im Januar 2012 generiert, sind aber vollkommen ausreichend. Es handelt sich hier allerdings um Vektorkarten, d.h. sie bieten keine Satellitenansicht.

Nach dem Download der gewünschten Karte, muss diese eventuell entpackt werden, so dass die Karte als Datei mit der Endung „.osm.map“ vorliegt. Nun verbindet man sein Android-Smartphone auf dem Locus Map Pro bereits installiert ist und kopiert diese Datei in das Verzeichnis „/Locus/mapsVector/“. Wenn man möchte kann man in diesem Verzeichnis zur besseren Übersicht verschiedene Ordner anlegen, die Karten werden trotzdem gefunden.

Startet man Locus Map Pro nun, kann man die Karte über das Menü rechts oben und einen Klick auf „Karten“ im Bereich „Vektor“ als aktive Karte einstellen. Et voila. Der Offline-Navigation steht nun nichts mehr im Wege.

Viel Erfolg und vor allem viel Spass!

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