Ohne eine Menschenseele durch ein istrisches Tal.


Heute war ich auf einer Tour durch das weiterführende Tal des Limski Fjords bis zur Ruinenstadt Dvigrad und kann sagen das Gebiet ist ein wahrhafter Genuss!

Auf dem ersten kleinen Kiesparkplatz, direkt nach der Einfahrt zur Straße, die zu den Restaurants und Booten führt, hab ich mein Auto abgestellt und erstmal tief durchgeatmet. Ich liebe die Luft nah am Meer genauso, wie ich die Luft in den Bergen liebe. Ich habe irgendwie das Gefühl, sie reinigt und tut gut. Nun ging es ans Checken der Ausrüstung, Ausladen des Bikes und ans Anlegen der restlichen Schutzkleidung. Sonnenschutz war auch dringend nötig.

Dann ging es auch schon los. Den vorderen Teil des Tals kann man getrost als „Fahrt durch das Feenland“ bezeichnen. Eine richtige Heerschar an verschiedenen Schmetterlingen überall und auch recht viele Taubenschwänzchen (Insekten, die man für Kolibris halten könnte. Ich find die Tierchen echt niedlich) sind in dem Teil des Tals anzutreffen. Ein Gefühl, als biegt gleich eine Fee um die Ecke und knuddelt einen durch. Die Route selbst besteht übrigens ausschließlich aus Schotterwegen, die zum Teil mehr als faustgroße Steine beinhalten. Dazu aber später mehr.

Kurz danach ging es durch ein kleines Gebiet, welches am Besten „Zweifrontenkrieg der Killer-Zikaden“ zu beschreiben ist. Daumengroße Zikaden/Grashüpfer, die natürlich in Panik ausgebrechen und augenscheinlich in irgendeine Richtung fliehen. Grashüpfer-Apokalypse. Nachdem ich aus dem Abschnitt kam, mußte ich erst einmal kurz die ungebetenen Mitfahrer absetzen. Unschöner Nebeneffekt. Das Knacken zwischendrin, sind die Zikaden, die nicht schnell genug das Weite suchen.
Zwischendrin gab es noch etwas, was wie ein Fuchs aussah und zwei fette Feldhasen haben sich quer durch ein Feld davon gemacht. Aus irgendeinem Grund dachte ich in dem Moment ans Abendessen!

Nach diesem Gebiet kommt man zu einer kleinen Kapelle mit Friedhof, bei dem man dann nach rechts abbiegt und die kleine Steigung bis zum Eingang der Ruinenstadt Dvigrad zurücklegt. Die Steigung ist angenehm und nicht sonderlich anstrengend, nichtmal bei den recht hohen Temperaturen.

Eine Rundfahrt durch Dvigrad ist schön und teilweise durch das herumliegende schiefrige Gestein recht rutschig und wenn die alten Strassenbeläge zum Vorschein kommen wird es ziemlich glatt. Möchte man hier eine Rundfahrt mit dem MTB fahren, sollte man wirklich früh losgehen, damit keine anderen Touristen hier sind. Ich war jedoch recht früh dort und es war noch menschenleer.

Wie mn gekommen ist, fährt man auch wieder zurück. Diesen Teil kann man getrost als zumindest teilweise „die Downhill-Sau rauslassen“ bezeichnen, jedoch mit Vorsicht zu genießen, da die erwähnten Steine auf dem Weg teils größer als eine Faust sind und einen schnell aus dem Sattel heben können. Hier konnte ich endlich mal wieder ordentlich üben den Lenker nur ganz locker zu halten, auch bei hohen Geschwindigkeiten. Es kostet etwas Überwindung, aber nach kurzer Zeit hat man ein recht sicheres Gefühl.

Am Parkplatz hatte ich noch Kraft übrig, also bin ich den Weg zur Romualdo-Höhle hochgefahren, gelaufen und teilweise musste ich das Bike lange tragen. Aber es hat sich gelohnt. Man hat danach einen schönen und teils recht anspruchsvollen Downhill-Singletrail mit Rinnen, Drops und Steinplatten.

Resultat: Viel Spaß, großartige Aussicht, viel Natur und ein Abdruck des Pedals auf dem linken Knie. Trotzdem top!

Daten der Tour (inkl. Romualdo-Höhle und Dvigrad-Rundfahrt):
Entfernung: 19,62km | Dauer: 1:24:26 | Gesamtsteigung: 456m

Wer die Tour vom Startpunkt „Limski Fjord“ bis zur Ruinenstadt „Dvigrad“ fahren möchte und GPX-Daten dafür benötigt, kann diese hier in der Kartenansicht betrachten und zur weiteren Verwendung herunterladen. Diese Daten enthalten allerdings nicht meinen Abstecher zur Romualdo-Höhle und die Rundfahrt durch die sehr interessante Ruinenstadt.

Wem der ausgezeichnete Soundtrack des Videos gefällt, kann diesen kostenlos unter den folgenden Links herunterladen: Take Off Your Make Up“ (Spiedkiks) / CC BY-SA 3.0

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